FSG Frauen: Metallindustrie muss Symbolwirkung für alle Branchen haben
Donnerstag, 20. Oktober 2011 um 07:55 Uhr
Utl.: Vondrasek: "Frauen werden heute noch immer um zigtausende Euro geprellt nur weil sie die Kinder bekommen."
Wien (OTS/FSG Frauen) - "Der aktuelle Lohnabschluss in der Metallindustrie brachte für Frauen wesentliche Verbesserungen zur echten Gleichstellung von Frauen und Männern. Jetzt geht es darum, dass das, was die Metallindustrie an frauenpolitischen Maßnahmen vorgelegt hat, auch auf die anderen Branchen übergreift", sagt die Frauenvorsitzende der Fraktion Sozialdemokratischer GewerkschafterInnen (FSG Frauen), Elisabeth Vondrasek, anlässlich der heute startenden Kollektivvertragsverhandlungen für die Handelsangestellten.
Gerade für Handelsangestellte wäre die Ausdehnung der Anrechnung der Karenzjahre als Berufszeit und die Erhöhung der niedrigen Einkommen enorm wichtig: "Im Handel arbeiten mehrheitlich Frauen, viele davon noch dazu auf Teilzeitbasis. Daher ist die Zeit auch im Handel reif, die Anrechnung von 16 Monaten Karenzzeit statt bisher zehn Monaten und eine stärkere Anhebung der niedrigen Einkommen im Kollektivvertrag zu verankern", so Vondrasek.
Denn Frauen verlieren durch Karenzzeiten oft bedeutende Gehaltssprünge, die sich auf Sonderzahlungen, Jubiläumsgelder oder die Abfertigung bis hin zu ihrer Pensionshöhe negativ durchziehen würden. "Hier reden wir nicht von Kleinbeträgen, das sind im Laufe eines Erwerbslebens zigtausende Euro, um die Frauen im 21. Jahrhundert noch immer geprellt werden, nur weil sie die Kinder bekommen", kritisiert Vondrasek. Das sei auch einer der Hauptgründe für die noch immer anhaltenden, hohen Einkommensunterschiede zwischen Frauen und Männern.
Hinsichtlich der stärkeren Erhöhung von niedrigen Einkommen fordert die FSG Frauenvorsitzende, dass sich das Beispiel aus der Metallindustrie ebenfalls auf die anderen Branchen ausweitet. Denn gerade Frauen - allen voran Alleinerzieherinnen - würden jeden Euro mehr für ihr Auslangen gut gebrauchen können. "Die Armutsgefährdung ist gerade bei den unteren Einkommensbezieherinnen am größten und schlägt sich ebenfalls bis zur späteren Pensionshöhe durch", warnt Vondrasek vor drohender Frauen-Armut im Alter.
Die Arbeitgeber in der Metallindustrie hätten die Zeichen der Zeit letztendlich erkannt. Erste Signale von Seiten der Arbeitgeber zur Schließung der Einkommensschere kamen schon anlässlich des heurigen "Equal Pay Day" Anfang Oktober, erinnert die FSG Frauenvorsitzende und zeigt sich optimistisch. "Jetzt sind die Arbeitgeber der anderen Branchen aufgerufen, dem Vorbild der Metallindustrie nachzukommen", fordert Vondrasek und dankt abschließend dem Verhandlungsteam der Gewerkschaften PRO-GE und GPA-djp für ihren Einsatz, gleichzeitig wünscht sie dem Team der GPA-djp viel Erfolg bei den kommenden Verhandlungsrunden für die Handelsangestellten.