Mitarbeiter-Gespräche
Donnerstag, 13. Oktober 2011 um 09:27 Uhr
Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, 20. Oktober 2011 um 09:00 Uhr
Sehr geehrter Generaldirektor!
Ihrer Antwort entnehmen wir, dass Sie offensichtlich nicht vom eingeschlagenen Weg bei den "Mitarbeitergesprächen" abgehen wollen.
Da diese Gespräche mit den betroffenen Bediensteten weder fair, noch offen und auch nicht wertschätzend geführt werden und offensichtlich fadenscheinige Gründe gesucht werden, um die MitarbeiterInnen nach "alter" und damit teurer Dienstordnung aus dem Unternehmen zu drängen, werden wir den Klagsweg beschreiten. In diesem Zusammenhang verweise ich nochmals darauf, dass bei diesen Gesprächen auch unzulässige Fragebögen verwendet werden, da die dafür notwendige Betriebsvereinbarung fehlt.
Als Arbeitnehmervertreter verurteilen wir die an den Tag gelegte Vorgangsweise auf das Schärfste und wir werden daher unmittelbar nach rechtlicher Klärung dieser Angelegenheit die weiteren Schritte zum Schutze unserer MitarbeiterInnen einleiten.
Mfg
Helmut Köstinger
Vorsitzender des Zentralausschusses
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Von: GD Dr. Georg Pölzl
Gesendet: Donnerstag, 13. Oktober 2011 16:57
Sehr geehrte Mitglieder des Zentralausschusses,
Sehr geehrter Herr Köstinger,
mit aller Entschiedenheit weise ich die Vorwürfe in Ihrem Schreiben zurück, die Unternehmensleitung oder ich persönlich würden "unakzeptable und menschenverachtende Vorgangsweisen" in Gesprächen mit MitarbeiterInnen dulden oder gar anordnen.
Es ist mir ein persönliches Anliegen, die Wertschätzung gegenüber den Leistungen der KollegInnen unmissverständlich zum Ausdruck zu bringen!
Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Österreichischen Post können stolz auf das sein, was sie täglich vollbringen und leisten. Wir alle bekennen uns klar zu einer Leistungskultur. Demnach sind gute Leistungen zu fordern und zu fördern!
Wie Lob bei guten Leistungen gehören aber auch kritische Gespräche bei Verfehlungen oder Minderleistung zur Aufgabe jeder Führungskraft. Darüber hinaus hat die Führungskraft, mit geeigneten Maßnahmen, Schwächen in der Leistungserbringung entgegen zu wirken und diese nach Möglichkeit abzustellen.
Ich weiß, dass dies nur einen sehr kleinen Teil der MitarbeiterInnen betrifft. Es wäre aus meiner Sicht jedoch fahrlässig, Leistungsdefiziten dort, wo wir sie erkennen, nicht entgegenzuwirken. Das ginge auch zu Lasten der KollegInnen, die dann dauerhaft Mehrleistungen erbringen müssten.
Sollte die nachhaltige Erbringung der geforderten Leistung, aus welchem Grund auch immer, nicht sichergestellt werden können, ist es Aufgabe der Führung, die notwendigen Konsequenzen zu ziehen. In jenen Fällen, in denen die Auflösung des Dienstverhältnisses notwendig ist, sind wir bestrebt, eine für beide Seiten verträgliche, einvernehmliche Lösung zu erzielen.
In Fällen der langfristigen und nachhaltigen Dienstunfähigkeit durch Krankheit kann eine krankheitsbedingte Pensionierung nötig werden. Diese wird entweder vom Mitarbeiter beantragt oder kann nach Prüfung durch die PVA amtswegig eingeleitet werden.
In jedem Fall ist es uns wichtig, dass die Gespräche mit den betroffenen MitarbeiterInnen offen, fair, menschlich und wertschätzend geführt werden.
Wertschätzung und Leistungskultur stehen nicht in Widerspruch zueinander, sondern sind in ihrem Zusammenspiel die Basis für ein langfristiges positives Miteinander.
Gerne laden wir Sie ein, die gegenseitigen Standpunkte im direkten Dialog zu diskutieren und zu erörtern. Die gesamte Leitung des Unternehmens und besonders auch ich stehen dafür jederzeit gerne zur Verfügung.
Mit besten Grüßen
DI Dr. Georg Pölzl
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E-Mail an Generaldirektor Dr. Pölzl am 12. Oktober 2011
Sehr geehrter Herr Generaldirektor!
In den vergangenen Tagen wurde ich mehrmals von Kolleginnen und Kollegen kontaktiert, welche in einem Angestelltenverhältnis nach DO bei uns beschäftigt sind. Alle diese MitarbeiterInnen sind verunsichert und haben Existenzängste, weil ihnen in einem sogenannten "Mitarbeitergespräch" die Auflösung ihres Dienstverhältnisses nahegelegt wurde.
Ich erinnere in diesem Zusammenhang daran, dass ich Sie bereits vor Wochen auf Grund auf dieses Thema angesprochen und auch klar aufgefordert habe, solcherlei offensichtlich angedachte Maßnahmen zu unterlassen.
Weder die KollegInnen im Angestellten-Dienstverhältnis noch unsere beamteten MitarbeiterInnen haben es sich verdient, so behandelt zu werden. Alle MitarbeiterInnen der Österreichischen Post haben sich in all den Jahren immer sehr bemüht, die ihnen übertragenen Aufgaben bestmöglich zu erledigen und damit unseren Kunden ein bestmögliches Service zu bieten.
Wenn Sie als Leiter des Personalamtes der Österreichischen Post AG nun Maßnahmen anordnen oder auch nur zulassen, bei denen MitarbeiterInnen nach ihrer Leistung kategorisiert und langjährige Angestellte lediglich aus Kostengründen aus unserem Unternehmen gedrängt werden, Beamte bei jeder sich bietenden Gelegenheit gegen deren Willen in die Frühpension gedrängt werden (Einleitung des § 14 Verfahrens von Amts wegen), dann werden wir den Weg der Österreichischen Post AG als Personalvertretung ab sofort auf das Schärfste bekämpfen und entsprechende Gegenmaßnahmen einleiten.
Ich fordere Sie daher auf, Personalchef Nigl zu beauftragen, die angeordneten "Mitarbeitergespräche mit dem Ziel der einvernehmlichen Auflösung des Dienstverhältnisses" bei den Angestellten mit alter DO sofort einzustellen und eine diesbezügliche Weisung an alle Regionsverantwortlichen zu erteilen.
Weiters fordere ich Sie auf dafür Sorge zu tragen, dass die in den vergangenen Monaten vom Management der Post AG massiv betriebenen Frühpensionierungen (§14) von Beamten von Amts wegen sofort eingestellt werden.
Sollte unseren Forderungen nicht sofort nachgekommen werden, sehen wir uns veranlasst, diese unakzeptable und menschenverachtete Vorgangsweise über die Medien weiter zu diskutieren.
Helmut Köstinger
Vorsitzender des Zentralausschusses der Österreichischen Post AG