ÖGB-Frauen: Abschaffung Der Abschlagsfreien Hacklerregelung Ist Falscher Weg, Um Frauenpensionen Zu Erhöhen

Von vielen Seiten wird die bevorstehende Abschaffung der Hacklerregelung stark kritisiert. Vor allem auch von den ÖGB-Frauen. Stattdessen solle man das ÖGB-Modell für verbesserte Anrechnung der Kindererziehungszeiten umsetzen.

„Es ist längst überfällig, dass die Bundesregierung Maßnahmen gegen die viel zu niedrigen Frauenpensionen ergreifen will – aber die Abschaffung der abschlagsfreien Hacklerregelung ist der falsche Weg. Hier werden Männer und Frauen gegeneinander ausgespielt. Es muss möglich sein, Frauenpensionen zu erhöhen, ohne gleichzeitig Männern ihre Pension zu kürzen. Wir haben ein fertiges Modell für eine verbesserte Anrechnung der Kindererziehungszeiten entwickelt, dass Frauen weitaus mehr bringen würde“, so ÖGB-Vizepräsidentin und -Frauenvorsitzende Korinna Schumann in Richtung Bundesregierung. 

Frauenministerin Raab argumentiert, die Hacklerregelung werde abgeschafft, weil in erster Linie Männer davon profitieren würden. „Das ist so nicht richtig. Ab 2024 wird das Frauenpensionsalter schrittweise an jenes der Männer angeglichen – dann hätten auch Frauen von der Hacklerregelung profitiert. So fallen jetzt Frauen und Männer, die 45 Jahre lang hart gearbeitet haben, um Ihre abschlagsfreie Hacklerpension um“, betont Schumann.

Wolle man gezielt Frauenpensionen erhöhen, sei eine verbesserte Anrechnung der Kindererziehungszeiten ein viel effektiveres Mittel als der neu geschaffene Frühstarterbonus. Dieser soll Männern und Frauen zu jeweils 50 Prozent zu Gute kommen, was wiederum zu keiner Reduktion des Gender Pension Gap führe. „Von unserem Modell hingegen würden faktisch in erster Linie Frauen profitieren, auch jene mit längeren Ausbildungszeiten, was beim Frühstarterbonus nicht der Fall ist. Leider wurde unser Modell der verbesserten Kindererziehungszeiten bisher von der Bundesregierung ignoriert. Kindererziehung ist eine zentrale Aufgabe in unserer Gesellschaft – das muss endlich politisch anerkannt und wertgeschätzt werden“, fordert die Vizepräsidentin abschließend.

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