19. GPF-Gewerkschaftstag

Das Motto unseres Gewerkschaftstages lautet “Gerecht-partnerschaftlich-fair”. Hier treffen die Delegierten wichtige Entscheidungen für die Arbeit der kommenden Jahre.

Am Beginn der Vorberatungen stand der Dank an alle FunktionärInnen. Vorsitzender Helmut Köstinger freute sich über den Besuch von FSG-Vorsitzenden und Nationalrat Rainer Wimmer, der sich sehr klar zu den politischen Geschehnissen der letzten Wochen äußerte.

“Wir leben in bewegten Zeiten. Nach unzähligen Strukturprozessen in den jeweiligen Betrieben ist der Druck auf die ArbeitnehmerInnen massiv gestiegen. Noch nie ist eine Regierung so gegen ArbeitnehmerInnen-Interessen vorgegangen wie in der Zeit der vergangenen Bundesregierung. Auf Grund der Vorkommnisse der letzten Wochen zeigt sich zudem sehr deutlich, dass wir viele Baustellen in der Politik vorfinden.”

Evelyn Regner, Mitglied des Europäischen Parlaments, forderte in ihrer Begrüßungsansprache, dass die Politik den arbeitenden Menschen mehr Respekt entgegenbringen müsse und, dass es gelte Regeln einzuhalten.

Cornelia Broos, von Head of UNI Post & Logistics befasste sich in ihrem Beitrag vor allem mit den internationalen Entwicklungen am Postmarkt. Derzeit werde in Brüssel über eine Anpassung der Postrichtlinie diskutiert. Anstatt die Fehler der Vergangenheit zu korrigieren möchte man jetzt sogar noch einen Schritt weiter gehen. Dem Vernehmen nach sei geplant, den Universaldienst abzuschaffen. Dies gelte es mit aller Entschiedenheit zu verhindern. Fest steht, dass all die Versprechen der EU-Kommission hinsichtlich der bestehenden Postrichtlinie gescheitert sind. Es ist Fakt, dass 300.000 Arbeitsplätze in der Branche verloren gegangen sind und die Sendungstarife für die BürgerInnen europaweit um 36% gestiegen sind. Hier brauche es klare Regeln und keine Verschärfung der bestehenden Richtlinie. Man werde jedenfalls um den Erhalt des Universaldienstes kämpfen.

Barbara Blaha stellte im Anschluss den Delegierten ein besonders interessantes Projekt vor. Ziel des Projekts 360 ist es, einen von Parteipolitik und Konzernlobbys unabhängigen Think Tank zu etablieren. Durch fundierte Recherchen, aktuelle Analysen und neue Perspektiven soll zur Entwicklung konstruktiver Lösungen für eine gerechte Gesellschaft beigetragen werden. Als FSG werden wir dieses Projekt jedenfalls unterstützen.

Die offizielle Eröffnungsfeierlichkeit startete anschließend mit einem Platzkonzert der Postmusik Wien vor der ÖGB-Zentrale. An dieser Stelle dürfen wir uns im Namen aller Delegierten nochmals bei der Postmusik für ihre Darbietung bedanken. Mit bekannten Austropop-Hits, interpretiert von Thomas Bröckl, auch bekannt als Austrobockerl, ging es direkt im Konferenzraum weiter. Auch Dir lieber Thomas, herzlichen Dank dafür.

Zu unseren Ehrengästen zählten u.a. ÖGB Präsident Wolfgang Katzian, AK-Präsidentin Renate Anderl, ÖGB-Vizepräsidentin Korinna Schumann, FSG Vorsitzender Rainer Wimmer, vida-Vorsitzender Roman Hebenstreit, ÖGJ Vorsitzende Susanne Hofer, Cornelia Broos, FSG Wien Landesgeschäftsführer Sandro Beer, Brigadier Rupert Stadlhofer von der Luftraumüberwachung, sowie unser ehemaliger GPF-Vorsitzender Gerhard Fritz und Leopold Abraham, ein langjähriger Freund unserer Gewerkschaft.

Die Worte unseres ÖGB-Präsidenten Wolfgang Katzian werden und zweifellos lange in Erinnerung bleiben. “Wir sind viele, sehr viele und wir können viel bewegen”. “Wir brauchen faire Einkommen, planbare Arbeitszeiten und Maßnahmen für die Gesundheit der ArbeitnehmerInnen. Selbstverständlich können wir die Herausforderungen der zunehmenden Digitalisierung nicht wegdiskutieren, man müsse sie aber aktiv mitgestalten können. Dazu brauche es einen permanenten sozialen Dialog und Antworten für die arbeitenden Menschen.”

Bundesarbeiterkammer-Präsidentin Renate Anderl bedankte sich bei den Delegierten zu Beginn ihrer Ausführungen für die tolle Unterstützung anlässlich der Arbeiterkammerwahlen. Man habe tatsächlich versucht die Arbeiterkammer massiv zu schwächen. “Die Arbeiterkammer gehört nicht der Politik sondern ihren Mitgliedern. Nach den unfassbaren Vorkommnissen im Zuge des jüngsten Politskandals brauche es jetzt eine Regierung, die die Interessen der Menschen in den Mittelpunkt rückt. Wenn wir als ÖGB und AK gemeinsam auftreten, kann man über uns auch nicht hinwegsehen”.

Abschließend bekräftigte Brigadier Rupert Stadlhofer, die mittlerweile 31-jährige Partnerschaft mit der Gewerkschaft der Post- und Fernmeldebediensteten. Die Sozialpartnerschaft in Österreich sei einzigartig und sie ist wesentlich für das Wohl der Menschen und die Entwicklung des Landes verantwortlich. Voraussetzung dafür war stets der gegenseitige Respekt füreinander. Das dürfe man unter keinen Umständen aufs Spiel setzen.

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