80 Prozent Der Steuereinnahmen Kommen Von ArbeitnehmerInnen Und PensionistInnen

In Kürze sollen die Pläne für die angekündigte Steuerreform der türkis-blauen Bunderegierung präsentiert werden. Für den ÖGB steht fest, eine Steuerreform ist dringend notwendig, vor allem weil ArbeitnehmerInnen durch die kalte Progression wenig bis nichts von den Lohnerhöhungen überbleibt.

„Wir erwarten von einer gerechten Steuerreform, dass die Steuern für ArbeitnehmerInnen gesenkt werden“, sagt Georg Kovarik, Volkswirtschaftsexperte des ÖGB. Mit einer Vermögenssteuer für zum Beispiel das reichste Prozent in Österreich wäre die Gegenfinanzierung gesichert.

Ein Drittel der Steuereinnahmen kommt aus Lohnsteuer

Insgesamt rund 80 Prozent der Steuern in Österreich kommen derzeit von ArbeitnehmerInnen und PensionistInnen. Die Lohnsteuer, die von ArbeitnehmerInnen bezahlt wird, macht mit 29,6 Milliarden Euro ein Drittel der Steuereinnahmen aus. Die Körperschaftsteuer hingegen, deren Großteil von großen gewinnbringenden Konzernen bezahlt wird, macht im Vergleich nur 9,5 Milliarden Euro aus. Genau diese Körperschaftsteuer will die Regierung aber weiter senken. Geht es nach der Wirtschaft, soll sie von 25 auf 19 Prozent fallen – das kommt vor allem großen Konzernen zugute und würde das Ungleichgewicht bei den Steuereinnahmen weiter verschärfen. Um das zu verhindern, wäre es besser, die Lohnsteuern für ArbeitnehmerInnen zu senken und die kalte Progression gleich abzuschaffen - nicht erst im Jahr 2022.

Welche Steuern gibt es und wie setzen sich die Steuereinnahmen in Österreich zusammen?

Lohnsteuer: Alle ArbeitnehmerInnen und PensionistInnen – sofern sie mehr als 12.600 Euro im Jahr verdienen – zahlen Lohnsteuer. Wie viel Prozent des Einkommens das sind, bestimmt der Steuertarif – dieser reicht von 25 bis 55 Prozent. Abgeführt wird die Lohnsteuer automatisch über den Arbeitgeber.

Einkommensteuer: Die Einkommensteuer ist im Prinzip mit der Lohnsteuer vergleichbar. Bezahlt wird sie von Selbstständigen und Gewerbetreibenden. Der Steuertarif ist grundsätzlich der gleiche. Allerdings müssen Selbstständige eine Einkommensteuererklärung beim Finanzamt abgeben, über die die Höhe der Steuern ermittelt wird.

Körperschaftsteuer: Während die Einkommensteuer natürliche Personen (Selbstständige, Gewerbetreibende) betrifft, stellt die Körperschaftsteuer die Einkommensteuer der juristischen Personen (Unternehmen) dar – das sind zum Beispiel Aktiengesellschaften, eine GmbH oder Kommanditgesellschaften. Die Körperschaftsteuer beträgt 25 Prozent vom steuerpflichtigen Einkommen unabhängig von dessen Höhe.

Umsatzsteuern: Für Waren und Dienstleistungen, die Unternehmen für KundInnen erbringen, muss in der Regel Mehrwertsteuer (Umsatzsteuer) in der Höhe von 20 Prozent bezahlt werden. Für Lebensmittel, Medikamente, Bücher, usw. gilt ein ermäßigter Steuersatz von 10 Prozent. Unternehmen heben die Umsatzsteuer ein und müssen sie an das Finanzamt abführen. Die Umsatzsteuer belastet jedoch niedrige Einkommen und WenigverdienerInnen im Vergleich zu Gutverdienenden wesentlich mehr.

Wer zahlt wieviel Steuern?

Was? Wieviel? Wer?

Lohnsteuer 29,6 Mrd € ArbeitnehmerInnen, PensionistInnen

Einkommensteuer 3,8 Mrd € Selbstständige, Gewerbetreibende

Körperschaftsteuern 9,5 Mrd € Aktiengesellschaften, GesmbH

Kapitalertragsteuern 3,5 Mrd € Sparer, Dividenden aus Aktien

Umsatzsteuer 31,2 Mrd € KonsumentInnen

Verbrauchsteuern 6,9 Mrd € Tabak, Mineralölsteuer

Verkehrssteuern 7,3 Mrd € z.B. Kfz-Steuer

Sonstige 0,9 Mrd €

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