Homeoffice - Es Braucht Klare Regeln

ÖGB Präsident Wolfgang Katzian äußert sich in einem Interview zum Thema Homeoffice. Das größte Problem sein die Regelung der Arbeitszeit. Es gehe vor allem um die Frage wann und wie gearbeitet wird. Die gesetzlichen Bestimmungen gelten auch bei der Arbeit zu Hause, betont er. Recht hat er!

“Es gibt bestimmte Eckpunkte, die sind nicht verrückbar: Homeoffice muss eine Vereinbarungssache bleiben. Es darf nicht einseitig angeordnet werden. Die Normalarbeitszeit gilt weiter auch im Homeoffice. Eine Einschränkung der Ruhezeiten kann ich mir nicht vorstellen”, erteilt er dem Vorstoß von Arbeitsministerin Christine Aschbacher (ÖVP) für eine Aufweichung der nächtlichen Ruhezeit von elf Stunden eine Absage.

Die Sozialpartner wurden von der Bundesregierung ersucht, zum Homeoffice Vorschläge und Erfahrungen zusammenzutragen. Katzian verweist auf die bereits dazu abgeschlossenen Betriebsvereinbarungen. “Das ist ein gutes Gestaltungselement. In den Betrieben wird das evaluiert.”

Die Frage, wer etwa die Stromkosten für den Computer im Homeoffice zahlen müsse oder oder anteilig für die Heizung, ist für den ÖGB-Chef bereits beantwortet: “Wenn es bei den Arbeitsmitteln so ist, dass der Arbeitgeber für die Kosten aufkommen muss, dann wird es wohl bei den Dingen, die notwendig sind, um die Arbeitsmittel zu betreiben, auch so eine Kostenbeteiligung geben müssen.” Der Unfallversicherungsschutz sei jetzt bis Jahresende geregelt, auch hier müsse man eine längerfristige Normierung machen, wenn Homeoffice in Zukunft eine stärkere Rolle spielen solle.

Sorgen macht dem Spitzengewerkschafter die Frage der Gleichberechtigung, wenn von zu Hause aus gearbeitet und dazu noch die Kinder betreut werden müssen: “Homeoffice inklusive Home-Schooling hat uns in der Frage von Gleichberechtigung und Chancengleichheit für Frauen ziemlich zurückgehaut. Da waren wir schon mal weiter.” Da müsse man gesellschaftspolitisch sehr aufpassen, “dass mit dem positiv besetzen Begriff Homeoffice nicht Dinge gesellschaftspolitisch nach hinten losgehen, die wir nicht so haben wollen.”

Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) wolle bis Jahresende eine Sozialpartner-Position zum Homeoffice. “Das ist prinzipiell möglich und wir werden in den nächsten Wochen mit den Gesprächen beginnen”, kündigt Katzian an. Zum Teil gehe es um sehr komplexe Rechtsfragen. Das Thema Homoffice wird in der Arbeitswelt mindestens so lange ein wichtiges Thema sein, bis es eine Corona-Impfung gibt. Eine Impfpflicht werde es in Österreich nicht geben, auch nicht in Unternehmen, doch Katzian kündigt an, er werde sich impfen lassen, wenn ein gut getesteter Impfstoff komme.

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