Im Gespräch Mit Ewald Rohrbacher

Ewald Rohrbacher ist seit vielen Jahren Vorsitzender der Paketlogistik Wien und auch zuständig für die MitarbeiterInnen des neuen Verteilzentrums in Hagenbrunn. Auch in der jüngsten Krisensituation hat sich deutlich gezeigt, wie wichtig aktive Betriebsratsarbeit ist.

Die Coronakrise in Deinem Zuständigkeitsbereich ist uns allen noch in Erinnerung. Wie hast Du die Tage in den Paketverteilzentren Inzersdorf und Hagenbrunn erlebt?

Am Anfang wurde die Gefahr des Covid19 Virus in unserem Bereich unterschätzt, da wir die ersten Wochen keinerlei bekannte Fälle hatten. Mit dem ersten positiv getesteten Fall wurden einige Kollegen aus dessen Umfeld in Quarantäne geschickt. Diese Maßnahme wäre grundsätzlich sinnvoll gewesen, nur wurden die betroffenen Kollegen nach Absprache mit der Behörde mit Absonderungsbescheiden wieder in die Arbeit zitiert. In den folgenden Tagen explodierte die Zahl an positiv getesteten Fällen. Mit der Testung aller KollegInnen in den Verteilzentren Inzersdorf und Hagenbrunn, wurde dann erst das tatsächliche Ausmaß ersichtlich.

Welche Rolle und Aufgaben hattet ihr als VPA-Team in dieser Zeit?

Meine Aufgabe als Personalvertreter bestand hauptsächlich darin, die MitarbeiterInnen auf das Thema „Gesundheitsschutz“ zu sensibilisieren und in vielen Gesprächen auch teilweise zu beruhigen. Auch wurden rasch in Absprache mit den Führungskräften, Maßnahmen zum Schutz der MitarbeiterInnen wie z.B. verstärkter Einsatz des Shuttlebusses in Hagenbrunn, geteilte Pausen gesetzt.

Wurden aus Deiner Sicht alle Maßnahmen zum Schutz der MitarbeiterInnen ergriffen?

Am Anfang wäre sicher wesentlich mehr möglich gewesen. Ab dem Zeitpunkt wo die Behörde tätig wurde, hat man dann die richtigen Schritte gesetzt. Die Ausstattung mit Desinfektionsmittel sowie die Beteilung mit Schutzmasken erfolgte jedoch viel zu spät.

Wie siehst Du den Einsatz des Bundesheeres bzw. wie haben deine Kollegen vor Ort diese Entscheidung empfunden?

Durch die Schließung der Geschäfte im Lockdown und das dadurch verstärkte Bestellverhalten der Kunden, konnten wir die Sendungsmengen trotz aller Bemühungen nicht mehr bewältigen. Dazu kam noch, dass sich viele MitarbeiterInnen im Krankenstand befanden und viele in Quarantäne. Die Mitarbeit des Bundesheeres wurde grundsätzlich positiv aufgenommen.

In den vergangenen Wochen sind durch die Vorkommnisse erhebliche Paketrückstände entstanden, ist jetzt wieder alles in Ordnung?

Die Paketrückstände wurden auf Grund der unermüdlichen Anstrengungen unserer MitarbeiterInnen aufgearbeitet. Derzeit begleitet uns nach wie vor die Behörde, von der Normalität sind wir leider noch weit entfernt. Meine Kolleginnen und Kollegen sind ausgelaugt, man spürt einfach die enormen körperlichen, wie auch seelischen Strapazen der letzten Wochen. Ein Dankeschön in Form von einer spürbaren Belohnung wäre mehr als angebracht. Die bis zu 200 Euro Corona-Prämie sind in manchen Bereichen, wo die MitarbeiterInnen mit extremen Mehrbelastungen zu kämpfen hatten, leider nicht zur Auszahlung gekommen.

Sie wollen am Laufenden bleiben?

Abonnieren Sie unseren E-Mail Verteiler

Weiterlesen

Mehr denn je - 1. Mai!

Mehr denn je - 1. Mai!

Der traditionelle Maiaufmarsch auf dem Rathausplatz kann aufgrund der geltenden Vorschriften heuer leider nicht stattfinden. Die Gesundheit aller hat einfach Vorrang. Das bedeutet aber nicht, dass wir nicht gebührend feiern. Im Gegenteil – für uns gilt: Mehr denn je 1. Mai!