Impfungen Und Eintrittstests: ÖGB Präsident Katzian Im Ö1-Interview

ÖGB-Präsident ist für Freiwilligkeit beim Impfen und fordert klare Regeln beim Umgang mit dem Coronavirus

In den letzten Wochen haben sich immer mehr Menschen mit den aktuellen Regeln zur Eindämmung der Pandemie nicht mehr ausgekannt. Theater und Museen blieben geschlossen, die Skilifte aber dafür offen. Testungen sollten in manchen Fällen 24 Stunden alt sein, in anderen sollte eine Woche reichen. Im Ö1-Interview spricht ÖGB-Präsident Wolfgang Katzian über die Herausforderungen am Arbeitsplatz, die sich nun ergeben.

Ö1: Viele BürgerInnen sind laut Umfragen weiterhin skeptisch, was das Impfen betrifft. Können Betriebe sagen, du musst dich impfen lassen, wenn du den Job machen willst?

Wolfgang Katzian: Nein. Das Impfen muss immer eine Freiwilligkeit bleiben, was wir auch immer gesagt haben. Aber es stimmt auch, dass viele Menschen nach wie vor skeptisch sind, weil die Informationen nicht breit genug ausgerollt sind. Daher braucht es Information und Motivation, dann glaube ich auch, dass sehr viel mehr Menschen bereit sind, sich impfen zu lassen. Da muss man die nächsten Tage und Wochen entsprechend nutzen.

Eintrittstests sind in Diskussion. Man bringt beispielsweise einen negativen Covid-Test mit, wenn man in Theater, Stadion oder Kino will. Sehen Sie eine Chance, damit Bereiche wie Tourismus und Gastronomie in Schwung zu bringen?

Was es in diesem Zusammenhang braucht, ist Klarheit und Sicherheit für die Menschen. Und nicht einen Tag so und einen Tag so. Es braucht klare Vorgangsweisen: Da muss man dann deutlich sagen, es sind 24 Stunden oder 48 Stunden. Und man muss dann auch die Infrastruktur zur Verfügung stellen.

Wir haben schon Monaten schon gesagt, wir wollen regelmäßiges Testen. Da braucht es ein gutes niederschwelliges Angebot in den Betrieben, vor Ort. Damit können auch viel mehr Menschen teilnehmen, als wenn man irgendwelche Massetests inszeniert. Wenn Tests nicht in Betrieben möglich sind, dann müssen sie jedenfalls während der Arbeitszeit durchgeführt werden. Und die Tests müssen von qualifiziertem Personal gemacht werden. Die Betriebe könnten das für ihre MitarbeiterInnen übernehmen.

Passiert das schon genug?

Es gibt viele Betriebe, die das schon von sich aus gemacht haben. Wichtig ist: Der Test muss kostenlos sein und er muss während der Arbeitszeit stattfinden – und zwar der Test an sich und auch der Weg zum Test. Dann braucht es auch ein schriftliches Testergebnis. Dieses soll nicht im Unternehmen gespeichert sein, aber auch für extern, also nach außen, Gültigkeit haben und nutzbar sein. Wenn das gewährleistet ist, dann kann man das machen.

Auf der anderen Seite muss man auch sagen, wenn man in die Breite geht und wenn es trotzdem sehr viele gibt, die FFP2-Masken aufhaben, müssen wir auch deutlich machen: Es braucht jetzt die Maskenpause. Es muss möglich sein, wenn man zwei Stunden die FFP2-Maske aufhat, dass man sie einmal herunternimmt und durchschnaufen kann.

Aus der Sicht von Unternehmen und Beschäftigten wäre es wünschenswert, wenn der Lockdown schnell zu Ende geht. Aber wenn man sich die Zahlen ansieht und die neue Situation angesichts der Mutation: Haben wir nicht ganze andere Sorgen?

Ja, natürlich. Wir sind im hohen Maß dominiert von dieser Pandemie und auch die Mutation schafft Unruhe und Angst. Mein Ziel ist es, möglichst einen weiteren Lockdown zu verhindern, wenn es Möglichkeiten gibt, dass die Menschen sicher arbeiten können. Weil jeder Lockdown zu mehr Arbeitslosen führt. Mittlerweile haben wir 520.000 Arbeitslose, denen 50.000 freie Jobs gegenüberstehen. Daher brauchen wir die Möglichkeit, dass in der Wirtschaft etwas voran geht. Alles was man jetzt in das Testen und Impfen investiert, führt zu einer besseren Ausgangslage.

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