"Lassen Sie Ihren Worten Endlich Taten Folgen!"

Antwortschreiben von Vorsitzenden Helmut Köstinger an GD Dr. Georg Pölzl und VD DI Peter Umundum vom 24. November 2020.

Sehr geehrter Herr Generaldirektor!
Sehr geehrter Herr Vorstandsdirektor!

Ich finde es sehr bemerkenswert, dass die von mir an den Vorstand gerichteten Schreiben ausschließlich vom Personalchef beantwortet werden. An wen Sie die Beantwortung meiner E-Mails delegieren ist ausschließlich Ihre Entscheidung, ich nehme dies – wenn auch verwundert - zur Kenntnis.

Viel wichtiger ist mir festzustellen, dass die Antwort von Personalchef Nigl wieder einmal eine einseitige Darstellung der überaus angespannten und ernstzunehmenden Situation ist und einmal mehr versucht wird, die Probleme schönzureden.

Ich möchte daran erinnern, dass wir als Personalvertretung seit Jahren auf die prekäre Personalsituation und auf die Überlastung unserer Mitarbeiter*innen im operativen Bereich hinweisen und Sie dies bisher immer ignoriert haben.

Schon beim ersten Lockdown im März d.J. haben wir gemeinsam festgestellt, dass die Onlinebestellungen in dieser Phase überproportional zugenommen haben. Im März/April hatten wir nachweislich Paketmengen wie sonst nur im Weihnachtsverkehr. Bereits  damals haben wir bei Ihnen personelle und strukturelle Maßnahmen zur Bewältigung der Sendungsmengen eingefordert. Sie haben unsere Forderungen wie so oft ignoriert.

Der Ausfall von Mitarbeiter*innen durch Covid-19 in den letzten Tagen und Wochen war zweifelsfrei vorhersehbar und somit planbar. Zum Glück sind die Ausfallzahlen nicht so hoch wie befürchtet. Daher geht diese Argumentation ins Leere.

Auch die zusätzlichen Paktmengen der großen Versenderkunden liegen in Ihrem Verantwortungsbereich, da diese Mengen abzulehnen  gewesen wären.

Nachdem die Covid-19 Zahlen seit Wochen massiv gestiegen sind, war der zweite Lockdown nur eine Frage der Zeit und somit abschätzbar. Daher von „nicht planbar“ zu sprechen ist nicht nachvollziehbar.

Wenn Sie davon sprechen, dass diesen „von mir erhobenen Forderungen großteils entsprochen wird und an diesen Maßnahmen schon lange gearbeitet wird“, so müssen diesen Worten nun endlich Taten folgen.

Es kann nicht sein, dass Sie Jahr für Jahr versuchen die Hochsaison/den Weihnachtsverkehr unter teilweise unmenschlichen Bedingungen auf dem Rücken unserer Mitarbeiter*innen abzuwickeln. So geht’s einfach nicht.

Selbstverständlich setzen auch wir uns mit aller Kraft dafür ein, die anstehenden und sich laufend ergebenden neuen Problemstellungen gemeinsam im Sinne unserer Mitarbeiter*innen und unserer Kunden zu lösen. Aber dazu ist es notwendig, die von der Personalvertretung aufgezeigten Probleme Ihrerseits endlich ernst zu nehmen und auch einer raschen Lösung zuzuführen.

Helmut Köstinger
Vorsitzender des Zentralausschusses

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