Versetzter Dienstbeginn & Kontaktlose Zustellung

Am 7. Oktober haben wir uns an den Postvorstand gewandt und neuerlich auf die Problemstellungen betreffend des versetzten Dienstbeginns hingewiesen. Zudem haben wir abermals die Wiedereinführung der „kontaktlosen Zustellung“ gefordert. Nunmehr liegt eine Stellungnahme des Unternehmens vor, die wir an dieser Stelle vollinhaltlich wiedergeben.

Schreiben von Vorsitzenden Helmut Köstinger vom 7.10.2020


Stellungnahme des Unternehmens vom 8.10.2020

Sehr geehrter Herr Vorsitzender!

Zu deinem angeschlossenen Email an Herrn VD DI Umundum betreffend „Geteilter Dienst in den Zustellbasen und kontaktlose Zustellung“ nehmen wir wie folgt Stellung:

Die von uns für die Mitarbeiter*innen in der Distribution erlassenen Verhaltensregelungen setzen auf die Erkenntnisse der letzten Monate auf und sehen ab der Corona-Ampelfarbe Gelb (mittleres Risiko) die Einführung des versetzten/gestaffelten Dienstbeginns und zusätzlich ab der Corona-Ampelfarbe Orange (hohes Risiko) das generell verpflichtende Tragen eines NMS-Mundschutzes bei Tätigkeiten in der Zustellbasis vor.

Wir sind überzeugt, mit diesen zusätzlich zu den üblichen Verhaltensregelungen (Abstand halten, Einhaltung der Hygienebestimmungen etc.) getroffenen Festlegungen, unsere Mitarbeiter*innen bestmöglich vor einer COVID-19-Ansteckung zu schützen. Im Sinne der Bestimmungen des ArbeitnehmerInnenschutzgesetzes und der Fürsorgeverpflichtung des Arbeitgebers sehen wir derzeit keinen Spielraum von dieser Regelung abzugehen. Auch zeigen die Gespräche mit den Arbeitsinspektoraten, dass die von uns gesetzten Maßnahmen von der Behörde positiv gesehen werden und auch bei Auftreten von COVID-19-Fällen gerade durch den versetzten/gestaffelten Dienstbeginn gröbere Probleme bisher vermieden werden konnten.

Leider müssen wir in den letzten Wochen feststellen, dass viele Mitarbeiter*innen sich nicht an die getroffenen Festlegungen halten und das Ansteckungsrisiko nicht ernst genug nehmen. Schon aus diesem Grund kommt eine Lockerung der getroffenen Verhaltensregeln nicht in Frage. Wir haben die Führungskräfte angewiesen, die Mitarbeiter*innen entsprechend zu sensibilisieren und die Einhaltung der getroffenen Verhaltensregelungen sicherzustellen.

Richtig ist, dass in einzelnen Zustellbasen die räumlichen Gegebenheiten möglicherweise individuelle Abweichungen zur generellen Regelung zulassen würden, sofern von den Mitarbeiter*innen des Präventivdienstes (d.h. von den Sicherheitsfachkräften und den Arbeitsmedizinern) dies im Rahmen einer Evaluierung – gegebenenfalls unter bestimmten Auflagen - festgestellt wird. Dies wäre aber auf regionaler Ebene in Abstimmung mit dem jeweiligen Regionalleiter unter Beiziehung der Mitarbeiter*innen des Präventivdienstes zu klären. Klar ist, das derartige individuelle Abweichungen nur dann genehmigt werden und zur Anwendung gelangen können, wenn sich alle Mitarbeiter*innen an die grundsätzlich festgelegten Verhaltensregelungen und gegebenenfalls zusätzlich definierten Rahmenbedingungen halten.

Die von dir in den Raum gestellte Beschaffung von Stirnlampen ist uns nicht bekannt und wurde von uns auch nicht beauftragt bzw. genehmigt. Wir ersuchen um Konkretisierung bzw. Bekanntgabe der betreffenden Zustellbasen, für die die Beschaffung von Stirnlampen beauftragt wurde.

Bezüglich der „kontaktlosen Zustellung“ können wir dir mitteilen, dass wir ständig im Gespräch mit den zuständigen Bundesministerien stehen und bereits mehrmals versucht haben, eine entsprechende gesetzliche Regelung für die Wiedereinführung der kontaktlosen Zustellung zu erwirken. Von den zuständigen Bundesministerien wurde dies bisher aber nicht in Erwägung gezogen.

Es ist erwiesen, dass nicht die Tätigkeit im Freien das Risiko sich anzustecken erhöht, sondern das größte Risiko von Tätigkeiten in Räumen ausgeht, insbesondere wenn der Abstand von rd. 2 Metern nicht eingehalten, der Mundschutz nicht getragen wird, die grundsätzlichen Hygienemaßnahmen nicht berücksichtigt werden und die Durchlüftung des Raumes mangelhaft ist. Bei der Corona-Ampelfarbe Rot (sehr hohes Risiko) wurde von uns zusätzlich das verpflichtende Tragen eines NMS-Mundschutzes bei jedem persönlichen Kundenkontakt auch am Zustellgang festgelegt. Wir sind überzeugt mit diesen Verhaltensregelungen unsere Mitarbeiter*innen bestmöglich von einer COVID-19-Ansteckung auch im Falle eines persönlichen Kundenkontaktes zu schützen. Ohne gesetzlich Regelung beabsichtigen wir derzeit nicht, die kontaktlose Zustellung wiedereinzuführen. Wir werden aber weiterhin versuchen, eine entsprechende gesetzliche Regelung für die kontaktlose Zustellung zu erwirken.

Anm. der Redaktion: Auch wenn die Beantwortung des Unternehmens im Moment nicht zufriedenstellend ist, werden wir trotzdem weiterhin versuchen Verbesserungen hinsichtlich des versetzten Dienstbeginns zu erreichen und nach wie vor für eine Wiedereinführung der kontaktlosen Zustellung eintreten.

Sie wollen am Laufenden bleiben?

Abonnieren Sie unseren E-Mail Verteiler

Weiterlesen