Viele Arbeitsplätze in Österreich Sind Nicht Altersgerecht

Hohe Arbeitsbelastungen wirken sich negativ auf die Arbeitsfähigkeit\ älterer Beschäftigter aus. Fast die Hälfte der Beschäftigten über 45 hat Sorge, bis zur Pension durchzuhalten. Anm. der Redaktion: Auch bei der Österreichischen Post AG wäre es höchste Zeit unseren Forderungen nachzukommen und das Thema nicht ständig vor sich herzuschieben.

Die größer werdende Gruppe der Beschäftigten zwischen 55 und 64 Jahre steht im besonderen Maße vor der Herausforderung, die eigene Gesundheit und Arbeitsfähigkeit zu erhalten, um bis zum Regelpensionsalter
im Arbeitsleben durchhalten zu können. Unternehmen müssen – sofern sie ihre älteren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht verlieren wollen – deshalb künftig verstärkt darauf achten, dass die Arbeitsplätze altersgerecht
ausgestattet sind.

Die Ergebnisse des Arbeitsklima Index zeigen aber, dass das Konzept vom altersgerechten Arbeiten in Österreich noch nicht sehr weit verbreitet ist. Ältere Beschäftigte geben genauso häufig wie Jüngere an, unter Zeitdruck, Arbeitsdruck und schlechten Gesundheitsbedingungen zu leiden und sie müssen auch Schichtarbeit oder Nachtdienste leisten, um nur einige wenige belastende und krankmachende Faktoren zu nennen.

Um diese Faktoren zu minimieren und altersgerechte Arbeitsplätze zu schaffen, gibt es verschiedene Ansatzpunkte, wie etwa flexible Arbeitszeitmodelle, weniger Schicht- und Nachtarbeit, mehr Gestaltungs-spielräume, Reduzierung des Zeitdrucks und der körperlichen Belastungen sowie Bereitstellung von Weiterbildungsmöglichkeiten.

Mehr als 1 Million Beschäftigte in Österreich sind älter als 50 Jahre. Viele Unternehmen haben aber auf alternde Belegschaften noch nicht ausreichend reagiert. Das zeigt der Vergleich der Arbeitsbelastungen dieser älteren Beschäftigten mit jenen der Arbeitnehmer/-innen unter 55 Jahren.

Ungünstige Arbeitszeiten …
Ältere spüren ähnlichen Zeitdruck und Arbeitsdruck wie Jüngere, kommen seltener in den Genuss einer Gleitzeitregelung, müssen immer noch Schichtarbeit und Nachtdienste leisten. Deutlich benachteiligt sind Ältere bei der beruflichen Weiterbildung: Während ein Drittel der Unter-55-Jährigen in den vergangenen 12 Monaten zumindest eine Weiterbildungsmaßnahme in Anspruch nehmen konnte, war es bei den 55- bis 64-Jährigen nur ein Fünftel.

All das hat Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit - nämlich schon ab 45 Jahren. Arbeitnehmer/-innen ab diesem Alter, die nicht durch Zeitdruck oder ständigen Arbeitsdruck belastet sind, glauben zu rund 55 Prozent, dass sie es bis zur Pension schaffen. Bei jenen, die hingegen Zeit- oder Arbeitsdruck verspüren, sind es um 14 Prozentpunkte weniger. Deutlich negativ wirken sich auch schlechte Gesundheitsbedingungen sowie Unfall- und Verletzungsgefahr aus.

… haben negative Auswirkungen
Besonders starke Auswirkungen auf das subjektive Empfinden der eigenen Arbeitsfähigkeit hat die Arbeitszeitregelung im Betrieb: 7 von 10 Menschen mit einer Gleitzeitvereinbarung glauben, bis 65 arbeiten zu können. Bei Beschäftigten, die Schichtarbeit oder Nachtdienste leisten müssen, sind es hingegen nur 4 von 10.

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